 | xx | Mein Grossvater
Ernest-Henri Schudel 13.03.1880 - 11.04.1945
Mein Grossvater wurde in Beggingen, Schaffhausen, als 17. von 18 Kindern, geboren. Sein Vater, Alexander Schudel, ein gestrenger Mann, war Bauer und Lehrer. Ernest-Henri machte bei Auguste Kunz in Nyon, einem bekannten Photographen, eine Lehre als Photograph. Anschliessend fand er Arbeit bei Francois Joseph Enard in Delemont. Er vermaehlte sich mit Rosa Marie Ingold und eroeffnete ein eigenes Atelier. Sie hatten vier Kinder: 1906 Rene, 1907 Ernest-Henri, 1909 Alexander und 1910 Martha Rosa. Er machte sich einen Namen als Portraitphotograph und waehrend des ersten Weltkrieges portraitierte er Soldaten und Offiziere. Er photographierte sogar den General Wille hoch zu Ross umgeben von seinen Offizieren. Eigentlich er war ein Artist und "Tueffteler". Er experimentierte oft tagelang an verschiedenen Techniken, wie z.B. an Gummidrucken und vergass sich dabei. Am 11. April 1918, hatte er einen schweren Fahrradunfall , von dem er sich nie mehr erholte. Er musste in ein Heim eingeliefert werden, wo er am 11. April 1945 starb. Seine Wittwe, Rosa Marie Schudel, die vier Kinder und ein Angestellter, Carl Grauwiller, siedelten am 29 April 1920 nach Grindelwald ueber, wo sie das Photogeschaeft von Walter Nehrkorn übernahmen. |
| Meine Grossmutter
Rosa Marie Schudel - Ingold 18.09.1882 - 13.05.1970
Meine Grossmutter und ihre vier Kinder hatten anfangs eine schwere herkommend und franzoesisch sprechend, wurden sie von den "Einheimischen", was speziell die Kinder betraf, als "Franzöoesi" verschrieen und entsprechend behandelt!! Das Photogeschaeft ist seit 192Zeit. Von Delémont 0 immer noch am selben Platz. die Innenaussttatung ist fast die gleiche.nur die Zeit ist vergangen. Nach Abschluss der Schule verliessen Rene und Alexander Grindelwald, um eine kaufmaennische Lehre anzutreten, Ernest-Henri und Martha arbeiteten, im Photogeschaeft ihrer Mutter. Nach 1945 wurde Grindelwald, ein bekannter Sommer- und Winterkurort, von stetig wachsender Zahl von Gaesten besucht. Die Saisons waren kurz, aber arbeitsintensiv. Carl Grauwiller verliess Grindelwald nach drei Jahren, um in Liestal einen eigenen Postkartenverlag zu gruenden. Der Name des Photogeschäftes wechselte von "Grauwiller+Co" in "R. Schudel, Photo-Suisse". Ernest-Henri und Martha arbeiteten viele Jahre unentgeltlich mit. Das Geschäft begann nach vielen harten Jahren langsam zu florieren. Martha verheiratete sich 1938 mit Heinrich Vogt, welcher in Grindelwald eine Filiale der Kantonalbank von Bern führte. Von dieser Bank wurde er später Chefinspektor und sie lebten in Bern. 1942 heiratete Ernest-Henri Manon Camenzind von Neuchatel. Sechs Jahre spaeter übernahmen sie das Photogeschaeft. Meine Grossmutter verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Bern bei ihrer Tochter Martha, welche sie liebevoll pflegte, bis sie am 13. Mai 1970 sanft einschlief.
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| | Mein Vater
Ernest-Henri Schudel 24.12.1907 - 12.02.1966
Mein Vater verbrachte seine Jugendzeit in Grindelwald. Nach Schulende arbeitete mein Vater bei seiner Mutter als Photograph. Unter anderem photographierte er die Touristen auf dem Oberen Gletscher. Jedesmal nach 8 Aufnahmen musste er mit dem Fahrrad ins Labor zurueckradeln, um die belichteten Glasplatten gegen unbelichtete auszutauschen um dann wieder zum Oberen Gletscher hochzufahren und die naechsten Aufnahmen zu belichten!! Er hatte nie die Gelegenheit, einen Beruf zu erlernen. Herr Ernst Moser, ein Angestellter seiner Mutter, fuehrte ihn in die Geheimnisse des Berufes ein. Portraitphotographie war nie seine liebste Beschaeftigung. Aber alleine in der Natur fand er seine Erfuellung als begnadeter Landschaftsphotograph. Er entwickelte sich, dank seinem besonderen Auge fuer Licht und Schatten und seiner Geduld, zu einem renomierten Photographen, was seine zahlreichen Landschaftsaufnahmen bezeugen. Fast alle Aufnahmen wurden noch mit einer Reiseholzkamera und Glasnegativen gemacht, welche heute von seinem Sohn eifersuechtig gehuetet werden. Von diesen Glasnegativen wurden hauptsaechlich Postkarten und Vergroesserungen produziert, welche dann im Geschaeft verkauft wurden. Er wurde auch immer wieder von bekannten Autoren angefragt, Aufnahmen zu machen um deren Heimatbuecher zu bebildern. 1942 heiratete mein Vater Ernest-Henri Manon Camenzind aus Neuchatel, eine Kinderkrankenschwester, welche während des 2. Weltkrieges in einem als Spital umfunktionierten Hotel in Grindelwald arbeitete. Es wurden ihnen vier Kinder geschenkt: 1944 Ernest-Henri, 1946 Peter und 1948 Christine. 1949 konnte das junge Paar das Photogeschaeft von seiner Mutter uebernehmen. Dabei wurde der Geschaeftsname geaendert in: "E. Schudel, Photo-Suisse". Mein Vater war der ruhige Photograph und im Hintergrund der hart Arbeitende im Labor. Meine Mutter dagegen leitete das Geschaeft, den Einkauf und den Verkauf. Wie auch schon meine Grossmutter, lernte meine Mutter ihren neuen Beruf als "selfmade buisinesswomen" an vordester Front. Die Sportarten meines Vaters waren im Sommer Bergsteigen, natürlich immer die Kamera im Rucksack, im Winter Skifahren und Eishockey. Der liebste Sport meines Vaters in spaeteren Jahren blieb das Curling, das von den Schottischen Gaesten nach Grindelwald gebracht worden war. Als noch keine Kunsteisbahnen existierten, war Grindelwald d e r Ort um Curling zu spielen; denn die Grindelwalder Curler hatten schon anfangs Winter, das heisst frueher als die Anderen, Natureis und deshalb waren sie ueberall gefuerchtete Gegner! Mein Vater wurde, mit seinem Team, 1953 sogar Schweizermeister. Sein Bruder Alexander eroeffnete in der Mitte der fuenfziger Jahren ein Konkurenzgeschaeft in Grindelwald - nachdem mein Vater ihn selber in die Photographie eingefuehrt und als Sportphotograph beschaeftigt hatte. Mein Vater erkrankte anfangs sechziger Jahre an Krebs und erlag, nach zweijaehrigem stillem Kampf, am 12. Februar 1966, der heimtueckischen Krankheit. Wir vermissen Dich. |
| Meine Mutter
Manon Schudel-Camenzind 06.12.1916 - 21.12.1992
Manon wuchs in Neuchatel, als zweites Kind von Eugene und Marthe Camenzind-Luethi, auf. Ihr Vater war Generalagent für die Zuerich Versicherungen in Neuchatel. Meine Mutter erlebte eine wohlbehuetete Kindheit zusammen mit ihrem Bruder Pierre Bernard. In ihrer Jugendzeit lernte sie Tennisspielen und Eiskunstlaufen mit erfolgreichen Auftritten. Sie erlernte den Beruf einer Kinderkrankenschwester und arbeitete danach in Italien und anderen Orten. Als der zweite Weltkrieg ausbrach, wurde sie als Rotkreuz-Krankenschwester eingezogen und arbeitete an verschiedenen Orten, unter anderem in Grindelwald, in einem zum Spital umfunktionierten Hotel. Da traf sie meinen Vater und sie verliebten sich. Sie heirateten 1942 und es wurden ihnen drei Kinder geschenkt: 1944 Ernest-Henri, 1946 Peter und 1948 Christine. Verkaeuferin, ihren zweiten Beruf, erlernte meine Mutter bei meiner Grossmutter im Geschaeft. 1949 konnten Ernest-Henri und Manon das Photogeschaeft von meiner Grossmutter, welche sich aus dem aktiven Geschaeftsleben zurückzog, übernehmen. Da uebernahm meine Mutter den Wareneinkauf, den Verkauf und die Buchhaltung; ich hoere jetzt noch, zu spaeter Stunde, im Nebenzimmer, die alte Rechnungsmaschine klappern. Als tuechtige Geschaeftsfrau und nach und nach der Sprachen kundig, bediente sie mit grossem Geschick die auslaendische Kundschaft. Sie hatte ein grosses, offenes Herz für alle, speziell für meinen Vater, den sie waehrend seiner Krankheit bis zu seinem Tod aufopfernd pflegte . Sie entwickelte die gleiche Passion für das Curlingspiel, wie ihr Mann und gruendete mit anderen Freundinnen den ersten Damencurlingclub der Schweiz. 1966 wurde sie mit ihrem Team Schweizermeister. Nach dem Tode ihres Ehemannes, führte sie das Photogeschaeft mit meiner Unterstuetzung weiter, nachdem ich ein Jahr vorher meine Lehre als Photograph beendet hatte. Peter Zwahlen, unser langjaehriger und geschaetzter Photograph waehrend 12 Jahren, verliess uns und grüuendete in Lenk sein eigenes Photogeschaeft. Wir zuegelten das Photolabor in groessere Raeume, ins neue Baerhaus, und kauften eine moderne Papierentwiklungsmaschine, um die immer noch schwarz-weissen Photos der Touristen schneller und einfacher entwickeln zu können. Meine Mutter war an der Front im Geschaeft, ich machte Landschaftsphotos, Hochzeitsreportagen, Skischulaufnahmen etc.. Im Dezember 1974 uebernahm ich das Geschaeft. Meine Mutter war aber immer noch jederzeit da, um mir zu helfen. Ploetzlich bekam sie Lungenprobleme. Die letzten Jahre verbrachte sie bei meinem Bruder Peter, ein Arzt, und seiner Frau Susanne, welche sie aufopfernd pflegten. Peter und Susanne versuchten ihr ein wenig von der Liebe zurueck zugeben, welche sie ihr ganzes Leben uns geschenkt hatte. Nach dem zehnten Pneumothorax erlosch langsam ihr Lebenswille. Am 21. Dezember 1992 schlief sie friedlich fuer immer ein. Fuer uns, die drei Kinder, war sie die liebste Mutter, sie war immer und jederzeit für uns da. Wir vermissen sie sehr und halten sie in dankbarer Erinnerung.
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| | Ich
Ernest-Henri Schudel 13.03.1944 - 31.12.2099
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